Road to Masters – Wie alles begann

Techniken, Tipps und Vorschläge zur Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit erfreuen sich seit einigen Jahren reger Beliebtheit. Es gibt zu fast jedem Thema dutzende Tutorials die aufzeigen, wie man „es“ nun richtig angeht. Was mir in diesem Zusammenhang immer wieder auffällt ist das Level an das sich solche Videos und Beiträge richten. Entweder man hört die allbekannten Allgemeinplätze – „schlechte Angewohnheiten nicht löschen wollen, sondern “einfach” durch gute Gewohnheiten ersetzen“ – oder es sind Ratschläge für komplette Neulinge, denen ein Einstieg erleichtert werden soll.

Bedeutend schwerer zu finden sind Videos, Berichte, Meinungen etc. von den vielen Schritten zwischen Amateur und Profi. Warum ich diesen Mangel an guter Hilfestellung anspreche? Ganz einfach. Ich war in den letzten Wochen selbst verstärkt auf der Suche danach. Mein persönliches Ziel war es aber nicht weniger Schokolade zu essen oder meinen Arbeitstag effizienter zu gestalten, mich hatte der Selbstverbesserung-Floh direkt ins Starcraft-Zentrum gebissen. Kurz nach der Injizierung des Gifts hatte ich mich schon mit Excel und Trainingsplan bewaffnet und der Ladder den Kampf angesagt.

Motivation, Historie, Status Quo und Zielsetzung

Motivation
Wie so häufig entstammt die Motivation nicht nur einer einzigen Quelle. Nach kurzer Selbstreflexion rede ich mir ein, dass die Gründe für dieses Projekt in nachfolgender Liste zu finden sind:

1. Einmal in der Master-Liga spielen
2. (Mir selbst) den Beweis erbringen, dass man durch sinnvolles Training von einem überdurchschnittlichen Level ausgehend noch eine messbare Leistungssteigerung schaffen kann
3. Ein neues Projekt und Thema für meinen Blog haben
4. Spaß am Starten von neuen Projekten (“Jedem Anfang steckt ein Zauber inne…”)
5. Sicher noch weitere, unbedeutendere Gründe

Da der Liste eine gewisse Priorisierung innewohnt, lässt sich erkennen, dass der Hauptgrund dem Wunsch geschuldet ist einmal Teil der Master-Liga sein zu dürfen. Also zur Elite zu gehören. Für jeden, der mit der Ligenverteilung nicht vertraut ist, findet in der nebenstehenden Grafik einen Überblick. In Kürze erklärt: In Bronze bis Platin befinden sich die absoluten Amateure, Diamond ist ein klassischer Gatekeeper, ab Master (Staffel 1) geht es in Richtung Semiprofessionalität, von der Grandmaster (Top 200 der Region) träumt so etwa jeder Gelegenheitsspieler.

Ende 2016 gab es mit letzten größeren Design-Update weitere Anpassung an der Funktionalität der Ladder. Erstmals war das MMR (MatchMaking Ranking) für jeden und zu jeder Zeit sichtbar. Das MMR ist der Wert, der zu Rate gezogen wird, wenn ein Ranglistenspiel erstellt wird. Der Algorithmus versucht stets Spieler zu finden, deren MMR möglichst nah beieinander liegt, um damit eine möglichst faire Partie zu ermöglichen. Bis 2016 konnte man sich nur an der Liga (Bronze – Grandmaster) und der Platzierung innerhalb dieser Rangliste (#100 – #1) ein erstes Bild machen. Um die durchaus großen Skillunterschiede innerhalb einer Liga besser abbilden zu können gibt es mittlerweile drei Staffeln innerhalb einer Liga.

Die Liga und Staffel kann sich innerhalb einer Saison nach oben verändern, wenn also ein Mindestmaß an MMR erreicht wird, erfolgt automatisch ein “Aufstieg”. Ein Abstieg findet erst mit der Zuordnung der nächsten Saison statt. Ursprünglich hatte Blizzard dies eingeführt, um Spieler nicht zu demotivieren. Durch das offene MMR ist aber mittlerweile immer klar, auf welchem Level man sich befindet.

Historie & Status Quo

Wer mich noch nicht kennt und noch einen Beweis braucht, warum ich zu den untalentiertesten Spielern zähle, hier ein kleiner Geschichtskurs. SC2 war mein erstes RTS dem ich mich im Multiplayer gewidmet habe. Der Startschuss fiel Ende August 2010, seit dem bin ich damit beschäftigt, in einen Bereich vorzustoßen, den man als annähernd relevant betrachten könnte. Die harte Realität ereilte mich relativ schnell, denn nach den ersten Placement-Matches hieß es: Bronze.

Die nächsten zwei Jahre versuchte ich dann den absoluten Anfängern zu entkommen, was leider nur halbwegs gut funktionierte. Gegen Ende des ersten der drei Teile (Wings of Liberty) hatte ich es immerhin in die Gold-Liga geschafft. Der Aufwärtstrend hielt in der nächsten Erweiterung noch etwas an, nach einigen Monaten hieß es endlich Platin. Gegen Ende der zweiten Expansion (Mitte 2015), durfte ich mich sogar Diamond schimpfen.

Der Beginn der letzten Erweiterung, war mit relativ wenig SC2 verbunden und die ersten vier Saisons der neuen Expansion mussten in Platin verbracht werden. Mit der Einführung der Staffeln 2016, war dann auch wieder Diamond angesagt, in der letzten abgeschlossenen Saison (Saison 2 – 2017), war dann auch erstmalig Diamond Staffel 2 drin. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich etwa 3.500 Partien hinter mich gebracht (im 1v1 Modus). Über einen Zeitraum von etwa sieben Jahren kommen wir so im Durchschnitt auf 1 -1,5 Spiele pro Tag. Wer ausrechnen möchte wie viele Stunden also schon für Starcraft draufgegangen sind kann dies gerne tun. Kleine Rechenhilfe: Ein professionelle Partie geht in der Regel etwa elf Minuten, die Spiele in den unteren Ligen sicher etwas länger.

Aktuell liegt mein MMR bei etwa 4050 Punkten, die persönliche Bestleistung bei etwa 4150. Nach der aktuellen Zuordnung von Blizzard startet die dritte Master-Staffel bei 4760 Punkten. Nach Adam Riese fehlen uns also etwa 700 MMR bis zum gewünschten Ziel.

Zielsetzung
Was ist also realistisch, welche Entwicklungen lassen sich kurzfristig (1-2 Monate), mittelfristig (3-6 Monate), langfristig (Ende 2018) anpeilen? Bei genauerer Betrachtung ist eine Vorhersage über eine Zeitraum, der größer als zwei Monate ist, sehr schwer. Der heutige erste November eignet sich also überaus gut zu planen, was bis Ende dieses Jahres erreicht werden kann. Persönlich wäre ich mit einem MMR im Bereich 4200-4250 zufrieden. Das wäre sichere Staffel 2 (Diamond). Dies ist aus meiner Sicht realistisch und fordernd zugleich, denn um dieses Ziel zu schaffen wird es nicht reichen, einfach nur viele Spiele zu machen, sondern es wird erforderlich sein an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Bis Ende des Jahres sollten etwa 150-250 Matches möglich sein. Wir sprechen also von einer durchaus steilen Lernkurve.

Da ich bereits seit ein paar Wochen mit dem Projekt zugange bin, findet ihr im kommenden Begleitbeitrag (Oktober Recap) einen detaillierteren Überblick über den Trainingsfortschritt. Road to Masters kann also offiziell starten.

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