Seeding, Qualfier und andere Schwierigkeiten

Was haben wir nicht schon alles in den letzten fast acht Jahren erlebt? Falsche Spielgeschwindigkeiten, stundenlange Verzögerungen und jede denkbare technische Schwierigkeit (über den “NASL Soundguy” lacht man heute noch gerne). Während bei Veranstaltungen die “live” und vor Ort ausgetragen werden noch eine gewisse Toleranz an den Tag gelegt wird, so ist man bei Online-Events mittlerweile deutlich kritischer geworden.

Das solche Fälle aber nicht zu vermeiden sind, zeigte uns der vergangene Sonntag an dem der dritte und letze Tag der WCS Regional Challenger für die Dreamhack Leipzig stattfand. Bis kurz vor 18:00 Uhr schien alles nach einem normalen Turnierverlauf auszusehen. Doch etwa eine halbe Stunde nach Beginn der ersten Matches wurde der Turnierbaum umgestellt und die laufenden Partien abgebrochen. Was war passiert?

Wie sich später herausstellt, war das Seeding des Turnierbaum durcheinander geraten und musste nochmals angepasst werden. Dies führte zu einer Verzögerung von gut drei Stunden und deutlichem Ungemach vonseiten der Spieler. Eine der vier Partien (Snute vs. Nerchio) blieb zwar bestehen und musste somit nicht wiederholt werden, die anderen sechs Teilnehmer waren aber davon betroffen. Serral hatte gar schon sein Ro8 Match gewonnen, als er erfuhr, dass er nun doch gegen Harstem antreten musste, welcher seinerseits schon 1:0 gegen uThermal geführt hatte.

Nun ließe sich anmerken, dass alle Spieler in gleicher Weise davon betroffen waren und somit jedem der gleiche Nachteil zukäme. So einfach ist die Sache aber dann doch nicht. Wie bereits angemerkt, wurde der Qualifier mit einiger Verzögerung dann doch ausgetragen und am selben Abend noch die vier Direktqualifikanten gefunden. Da sich an diesem Ergebnis nun nichts mehr ändern wird, ist es müßig über Entschädigungen der Teilnehmer zu sprechen, viel mehr sollten wir darauf schauen, was die richtigen Schritte sind, sollte es erneut zu einem ähnlichen Vorfall kommen.

Wirtschaftlichkeit vs. Integrität
In einer perfekten Welt würde man in einem solchen Fall, den Qualifier in selben Moment abbrechen und auf einen neuen Tag verlegen, der für alle Teilnehmer geeignet ist. Mit Blick auf den gesamten Prozess einer solchen Veranstaltung ist verständlich, dass dies schwer umsetzbar ist – gerade wenn man in Betracht zieht, dass das Turnier nur wenige Wochen entfernt ist. Die aus meiner Sicht beste Lösung ist das Austragen der Matches innerhalb der nächsten Tage – ohne die Veröffentlichung der Ergebnisse – und ein Broadcast der Replays zu einer sinnvollen und machbaren Sendezeit.

Somit könnte man im Hintergrund bereits alle nötigen Vorkehrungen treffen (Reisebuchungen, Vorbereitungen “hinter den Kulissen”) und der normale Fan hätte weiterhin eine halbwegs spannende Veranstaltung. Natürlich schränkt das Wissen, dass es sich nicht um eine Live-Match handelt den Nervenkitzel etwas ein, doch immer noch besser als drei Stunden auf den Start eines Matches zu warten. Dies gilt natürlich sowohl für die Spieler selbst als auch Caster und Zuschauer.

Als letzte kleine Anmerkung möchte ich noch auf die Perspektive der Spieler eingehen. Gerade für diejenigen Teilnehmer, die sich Vollzeit mit StarCraft 2 beschäftigen ist ein solcher Vorfall natürlich ärgerlich. Ein falsches Seeding ist aber nun mal ein falsches Seeding und ein Korrektur des Bracket zwingend erforderlich, um die Integrität der Veranstaltung nicht komplett über Bord zu werfen.

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