Turniere im Übermaß

Es ist noch keine Woche her, als in Berlin das zweite und letzte CS:GO-Major des Jahres seinen krönenden Abschluss fand. Viel Konfetti, noch mehr Preisgeld und für kurze Zeit das Gefühl, dass wir eine kleine Verschnaufpause kriegen werden. Dass es am 26. September – und damit knapp drei Wochen nach dem Major – schon wieder mit dem nächsten Kracher weitergeht, passt da nicht so richtig ins Bild.

Wenn wir einen kurzen Blick auf die Liquipedia-Seite der wichtigsten CS:GO-Turniere werfen, zeigt sich folgendes Bild. Bis Ende des Jahres erwarten uns noch die ESL:One New York, DreamHack Masters Malmö, IEM: Beijing, ESL Proleague 10 Finals und das Blast Pro Series: Global Final. Und das sind nur die absoluten Top-Events. Dazu gesellen sich noch vier DreamHack Open Stops, zwei Blast Pro Series und die Online-Ligen der ESL Proleague und der von FACEIT ausgerichteten ECS.

Um die Aufzählung noch zu erweitern, können die meisten großen Turniere noch mit zahlreichen (Closed) Qualifiern aufwarten, die dann meist auch unter der Woche noch für reichlich Action sorgen. Summa summarum also Counter-Strike bis zum Umfallen. Dumm nur, dass ich nicht nur diese Szene verfolge, sondern mich gleichzeitig für StarCraft 2 interessiere und versuche auch dort einigermaßen auf dem Laufenden zu bleiben.

Wirft man einen Blick auf diesen Turnierkalender, müsste man fast froh sein, dass hier deutlich weniger los ist. Ehrlicherweise ist das Jahr 2018 für die meisten Spieler mit der WCS Fall 2019 bereits zu Ende gegangen. Die Koreaner spielen aktuell noch die letzten Partien der dritten GSL Saison aus, kämpfen Anfang Oktober um den GSL Super Tournament Titel und das wars dann. Die absolute Elite, darf sich dann Ende Oktober nach Anaheim aufmachen, wo die WCS Global Finals ausgetragen werden.

Was die europäische und amerikanische Elite angeht, darf man sich noch auf die nächste Edition der Nationwars sowie die Jubiläumsausgabe des HomeStory Cups freuen. Ansonsten muss man auf Wardi und Rifkin hoffen, die mit ihren wöchentlich veranstalteten Cups für Unterhaltung sorgen.

Obwohl der Titel der Kolumne suggeriert, dass “zu viel” eSport läuft, so ist dies gar nicht meine Intention gewesen. Viel mehr ist die Fragen aufgekommen, ob die Zahl der Veranstaltungen den “Hype” etwas bremst, da sich die Stadien, Turniere, Caster, und Formate kaum noch unterscheiden. Vielleicht ist es auch nur das Alter, das dafür sorgt, dass die Sättigung früher eintritt als man es gewohnt war.

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